- Ohne Antennendose brauchen Sie entweder WLAN/Internet (Streaming-App oder Sat>IP) oder einen Funksender, der das Bild eines vorhandenen Receivers überträgt.
- Am einfachsten: Smart-TV ins WLAN, Live-TV über die Apps von ARD, ZDF oder einen TV-Streamingdienst. Für HD-Fernsehen reichen etwa 8–10 Mbit/s pro Gerät.
- Haben Sie eine Sat-Schüssel, verteilt ein Sat>IP-Server das Satellitensignal ohne Abo über das Heimnetz.
- Ganz ohne Internet: DVB-T2-Zimmerantenne (öffentlich-rechtliche Sender gratis) oder ein Funk-HDMI-Set für 10–30 Meter.
- Die Lösung im Finder unten hängt davon ab, welche Empfangsart im Haus bereits vorhanden ist.
Gästezimmer, Hobbyraum, Küche oder Dachboden: Oft steht der Fernseher genau dort, wo keine Antennendose in der Wand sitzt. Ein neues Koaxialkabel durch Decken und Wände zu ziehen, ist aufwendig und in Mietwohnungen meist nicht erlaubt. Die gute Nachricht: Ein Kabel ist heute selten nötig. Welche Technik Sie brauchen, hängt fast nur von zwei Fragen ab – welches TV-Signal im Haus ankommt und wie gut Ihr WLAN im betreffenden Zimmer ist.
Die fünf Wege im Überblick
| Lösung | Was Sie brauchen | Laufende Kosten | Bildqualität | Internet nötig? |
|---|---|---|---|---|
| Streaming-Apps am Smart-TV | Smart-TV oder Stick, WLAN | kostenlos (ARD/ZDF, Joyn), Komfort ab 6,99 € | HD, teils UHD | ja |
| Sat>IP-Server | Sat-Schüssel, Sat>IP-Server am Router, App/TV mit Sat>IP | kostenlos (Private in HD nur mit HD+) | wie Satellit | Heimnetz, kein Internet |
| Kabel-TV übers Heimnetz | Kabelanschluss, Router mit TV-Streaming oder DVB-C-Netzwerktuner | Kabelvertrag | wie Kabel | Heimnetz |
| Funk-HDMI-Set | Sender am Receiver, Empfänger am TV | keine | bis Full HD, teils 4K | nein |
| DVB-T2-Zimmerantenne | TV mit DVB-T2 HD (HEVC), Antenne | kostenlos, Private 9,49 €/Monat | Full HD | nein |
Welche Lösung passt zu Ihrem Haushalt?
1. Streaming über WLAN: die einfachste Lösung
Ein Smart-TV oder ein günstiger Streaming-Stick (Fire TV, Google TV, Apple TV) wird ins WLAN eingebunden. Live-Fernsehen kommt dann über Apps. Kostenlos sind die Livestreams von ARD, ZDF, den Dritten, arte, 3sat, phoenix und KiKA in den Mediatheken sowie das Free-TV-Angebot von Joyn und die Gratis-Kanäle von Samsung TV Plus, LG Channels oder Rakuten TV. Wer eine klassische Senderliste mit Privatsendern in HD, Aufnahmefunktion und Pause möchte, nutzt einen TV-Streamingdienst wie Zattoo (Smart HD ab 6,99 €) oder waipu.tv (Perfect Plus 14,99 €).
Entscheidend ist die WLAN-Qualität im Zimmer. Ein HD-Stream braucht stabil etwa 6–8 Mbit/s, UHD rund 20–25 Mbit/s. Liegt der Raum zwei Wände oder ein Stockwerk vom Router entfernt, helfen ein Mesh-Repeater oder ein Powerline-Adapter, der das Netzwerk über die Stromleitung transportiert. Powerline ist in Altbauten mit dicken Wänden oft stabiler als WLAN.
2. Sat>IP: Satellitenfernsehen übers Heimnetz
Wenn eine Satellitenschüssel vorhanden ist, aber das Kabel nur bis ins Wohnzimmer reicht, ist Sat>IP die eleganteste Lösung. Ein Sat>IP-Server (zum Beispiel von Telestar, Kathrein, Triax oder ein Multituner-Receiver mit Serverfunktion) wird an einer freien Leitung der Sat-Anlage und per LAN am Router angeschlossen. Er wandelt die Sat-Programme in Datenpakete um, die jedes Gerät im Heimnetz abrufen kann: viele Fernseher von Panasonic, Telefunken oder Metz haben einen Sat>IP-Client eingebaut, ansonsten gibt es Apps für Fire TV, Android TV, iPhone und PC.
Der Vorteil: Es fließen keine Daten ins Internet, es entstehen keine Abo-Kosten, und die Bildqualität entspricht dem Satellitenempfang. Pro gleichzeitig genutztem Programm braucht der Server einen eigenen Tuner, und die Sat-Anlage muss je Tuner eine Leitung vom LNB liefern. Private HD-Sender bleiben auch hier verschlüsselt und laufen nur mit HD+-kompatiblen Lösungen.
3. Kabelfernsehen übers Netzwerk
Bei Kabelanschluss gibt es zwei Wege: Einige FRITZ!Box-Cable-Modelle können unverschlüsselte DVB-C-Programme ins Heimnetz streamen – prüfen Sie im Menü unter „Heimnetz“ beziehungsweise „DVB-C“, ob Ihr Modell die Funktion unterstützt, denn neuere Router haben sie nicht mehr. Alternativ gibt es DVB-C-Netzwerktuner. Seit dem Ende des Nebenkostenprivilegs am 1. Juli 2024 gilt: Kabel-TV funktioniert nur mit eigenem Vertrag oder über eine vom Vermieter weiter angebotene Sammelversorgung.
4. Funk-HDMI: das Bild des Receivers ins Zimmer funken
Ein Funk-HDMI-Set besteht aus einem Sender am HDMI-Ausgang Ihres Receivers und einem Empfänger am Fernseher im anderen Zimmer. Die Übertragung läuft meist im 5-GHz-Band, die Reichweite liegt je nach Wänden bei 10 bis 30 Metern. Gute Sets leiten auch das Infrarotsignal der Fernbedienung zurück, damit Sie den Receiver vom Zimmer aus umschalten können. Der Haken: Beide Fernseher zeigen dasselbe Programm. Für einen Zweitfernseher mit eigenem Programm ist Funk-HDMI daher nur bedingt geeignet, für das gelegentliche Mitschauen im Schlafzimmer oder auf der Terrasse aber ideal. Rechnen Sie mit 80 bis 250 Euro für ein zuverlässiges Set.
5. DVB-T2-Zimmerantenne: unabhängig von allem
In Ballungsräumen funktioniert DVB-T2 HD oft mit einer kleinen aktiven Zimmerantenne. Die öffentlich-rechtlichen Programme sind unverschlüsselt, die Privatsender kosten bei freenet TV seit Januar 2026 im Monatsabo 9,49 €. Prüfen Sie vorher mit dem Empfangscheck auf der Website von freenet TV, ob Ihre Adresse für Zimmerantennen versorgt ist. Der Fernseher muss DVB-T2 HD mit HEVC/H.265 beherrschen, was bei Geräten ab etwa 2017 Standard ist.
Schritt für Schritt: Smart-TV im Zimmer einrichten
- Mit dem Smartphone im Zimmer einen Speedtest machen. Unter 10 Mbit/s zuerst WLAN verbessern (Repeater, Mesh oder Powerline).
- Fernseher einschalten, unter Einstellungen › Netzwerk das WLAN wählen und das Passwort eingeben.
- Im App-Store des Fernsehers ARD Mediathek, ZDF und gegebenenfalls Joyn installieren.
- Für eine Senderliste wie beim klassischen Fernsehen Zattoo oder waipu.tv installieren und testen (beide bieten Probezeiträume).
- Bei Sat>IP: Server per LAN an den Router, Sat-Kabel anschließen, im TV unter Sendersuche „Sat>IP“ beziehungsweise „Netzwerk“ als Quelle wählen.
- Bei Funk-HDMI: Sender an den Receiver, Empfänger an den Fernseher, beide Geräte koppeln und den IR-Rückkanal testen.
Rundfunkbeitrag und Zweitfernseher
Für einen weiteren Fernseher in derselben Wohnung fällt kein zusätzlicher Rundfunkbeitrag an. Der Beitrag von 18,36 € pro Monat gilt pro Wohnung, unabhängig von der Zahl der Geräte.

