- Glasfaser selbst ist nur der Leitungsweg. Das TV-Signal kommt auf drei Arten: IPTV (z. B. MagentaTV), Streaming-Dienst (z. B. waipu.tv bei Deutsche Glasfaser) oder RF-Overlay (klassisches Kabel-TV auf eigener Lichtwellenlänge, bei manchen Stadtwerken).
- Bei IPTV und Streaming läuft das Fernsehen über Router und WLAN/LAN – eine Antennendose ist nicht nötig.
- Pro HD-Programm fallen etwa 6–8 Mbit/s an. Glasfasertarife ab 100 Mbit/s reichen auch für mehrere Fernseher.
- Bei RF-Overlay wird das Signal im Haus in ein normales Koaxialsignal umgewandelt – der Fernseher empfängt es per DVB-C.
Mit dem Glasfaserausbau stellen sich viele Haushalte die Frage, wie danach das Fernsehen funktioniert. Besonders seit dem Ende des Nebenkostenprivilegs im Juli 2024 suchen Mieterinnen und Mieter Alternativen zum Kabelanschluss. Die Antwort hängt vom Anbieter ab: Die Glasfaser transportiert Licht, und darauf können Internetdaten, IPTV-Pakete oder sogar ein komplettes Kabelfernsehsignal reisen.
Die drei Varianten im Vergleich
| Variante | So funktioniert es | Gerät am TV | Beispiele | Antennendose nötig? |
|---|---|---|---|---|
| IPTV (Multicast) | Netzbetreiber sendet TV-Programme im eigenen Netz an den Router | Set-Top-Box oder TV-App | MagentaTV, Glasfaser-TV regionaler Anbieter | nein |
| OTT-Streaming | Streaming-Dienst über das offene Internet | Smart-TV-App oder Stick | waipu.tv, Zattoo, MagentaTV-App | nein |
| RF-Overlay | Kabel-TV-Signal auf eigener Wellenlänge, im Haus in Koax umgewandelt | TV mit DVB-C | einige Stadtwerke und Wohnungsunternehmen | ja (Koax im Haus) |
Welche Lösung passt?
IPTV: Fernsehen im Netz des Anbieters
Bei IPTV im engeren Sinn verteilt der Netzbetreiber die Fernsehprogramme in seinem eigenen Netz als Multicast-Datenstrom. Der Vorteil: Das Signal kommt nicht über das offene Internet, sondern direkt von der Plattform des Anbieters, mit kurzer Umschaltzeit und stabiler Qualität. Das bekannteste Beispiel ist MagentaTV der Telekom. Die Flex-Variante ist monatlich kündbar und kostet regulär rund 11 € im Monat, wobei die Telekom immer wieder Aktionspreise anbietet. Sie empfangen das Programm über den MagentaTV-Stick, eine Box oder die App auf Smart-TVs.
Streaming über das Internet
Viele Glasfaseranbieter bauen kein eigenes IPTV-Netz, sondern kooperieren mit Streaming-Diensten. Deutsche Glasfaser arbeitet beispielsweise mit waipu.tv zusammen. Technisch ist das klassisches Streaming über das Internet: Die App auf dem Fernseher oder einem Stick ruft den Livestream ab. Das funktioniert genauso über DSL oder Kabelinternet, profitiert aber von der stabilen Glasfaser. waipu.tv Perfect Plus kostet 14,99 €, Zattoo Smart HD 6,99 € im Monat.
RF-Overlay: Kabelfernsehen auf Licht
Einige Stadtwerke und Wohnungsunternehmen nutzen eine dritte Variante. Auf einer eigenen Lichtwellenlänge wird ein komplettes Kabelfernsehsignal mitgeschickt. Ein optischer Empfänger im Keller oder in der Wohnung wandelt es in ein normales Koaxialsignal, das über die vorhandenen Antennendosen zum Fernseher gelangt. Der Fernseher empfängt dann wie bei Kabel-TV per DVB-C – ohne Internetverbindung und ohne Streaming-App. Ob Ihr Anbieter das kann, steht in den Tarifunterlagen.
Wie viel Bandbreite brauche ich?
Schritt für Schritt: TV über Glasfaser einrichten
- Beim Anbieter klären, welche TV-Variante angeboten wird: IPTV, Streaming-Partner oder RF-Overlay.
- Nach der Glasfaser-Installation prüfen, ob Glasfaserdose, Modem (ONT) und Router aktiv sind.
- Bei IPTV/Streaming: Fernseher per LAN oder WLAN mit dem Router verbinden. LAN ist für Live-TV stabiler.
- App oder Box des Anbieters installieren und mit Ihren Zugangsdaten anmelden.
- Bei RF-Overlay: Optischen Empfänger anschließen lassen, Fernseher an die TV-Dose, Suchlauf „Kabel/DVB-C“.
- Senderliste anpassen und Funktionen wie Neustart, Aufnahme und Replay testen.
1. Was ist RF-Overlay?
2. Wie heißt das Glasfasermodem?
3. Mit welchem Streaming-Dienst kooperiert Deutsche Glasfaser?
4. Welchen Tuner nutzt der Fernseher bei RF-Overlay?

