- Für die meisten Schlafzimmer ist ein Streaming-Stick am Fernseher die günstigste Lösung: ab ca. 30 €, ARD/ZDF und Joyn gratis, Zattoo oder waipu.tv für alle Sender.
- Wer dasselbe Programm wie im Wohnzimmer sehen will, nimmt ein Funk-HDMI-Set mit Infrarot-Rückkanal.
- Mit Sat-Schüssel und schlechtem WLAN: Sat>IP-Server plus LAN oder Powerline ins Schlafzimmer.
- Dauerhaft am saubersten: neue Leitung (Flachkabel unter der Tür, Kabelkanal) – in Mietwohnungen ohne Bohren möglich.
- Ein Zweitgerät im Schlafzimmer kostet keinen zusätzlichen Rundfunkbeitrag.
Im Schlafzimmer gelten andere Prioritäten als im Wohnzimmer: Das Gerät ist meist kleiner, es soll leise sein, abends schnell starten und nach dem Einschlafen von allein ausgehen. Gleichzeitig liegt die Antennendose fast immer im Wohnzimmer, und der WLAN-Router steht oft am anderen Ende der Wohnung. Die folgenden sechs Lösungen decken alle typischen Situationen ab – von der Altbauwohnung mit dicken Wänden bis zum Einfamilienhaus mit Satellitenanlage.
Die sechs Lösungen im Vergleich
| Lösung | Einmalig | Laufend | Eigenes Programm? | Mietwohnung |
|---|---|---|---|---|
| Streaming-Stick + App | 30–70 € | 0 € bis ca. 15 €/Monat | ja | problemlos |
| Funk-HDMI-Set | 80–250 € | 0 € | nein, gleiches Bild | problemlos |
| Sat>IP-Server | 100–300 € | 0 € | ja | Zugang zur Sat-Anlage nötig |
| DVB-T2-Zimmerantenne | 20–50 € | 0 € / 9,49 € Privatsender | ja | problemlos |
| Neue Antennenleitung | 20–60 € (Material) | 0 € | ja | ohne Bohren ok |
| Tablet/Beamer statt TV | vorhanden bis 300 € | wie Streaming | ja | problemlos |
Welche Lösung passt?
1. Streaming-Stick: die Standardlösung
Ein Fire TV Stick, Chromecast mit Google TV beziehungsweise Google TV Streamer, Apple TV oder ein Smart-TV mit eingebauten Apps genügt. Kostenlos laufen die Live-Streams von ARD, ZDF, den Dritten, arte und phoenix, Joyn zeigt ProSieben, Sat.1 und kabel eins gratis mit Werbung, RTL+ zeigt das RTL-Livebild im Abo. Wer eine vollständige Senderliste wie am Wohnzimmerfernseher möchte, nutzt Zattoo (Smart HD 6,99 €) oder waipu.tv (Perfect Plus 14,99 €). Für das Schlafzimmer praktisch: Beide Dienste merken sich den zuletzt gesehenen Sender, und der Stick lässt sich per HDMI-CEC zusammen mit dem Fernseher ausschalten.
Voraussetzung ist ein stabiles WLAN von etwa 10 Mbit/s am Bett. Reicht das Funknetz nicht, ist ein Powerline-Adapter oft die schnellste Abhilfe: Ein Adapter kommt neben den Router, der zweite in die Steckdose im Schlafzimmer, dazwischen läuft das Netzwerk über die Stromleitung. Ein kurzes LAN-Kabel zum Stick (mit Ethernet-Adapter) macht das Bild dann besonders stabil.
2. Funk-HDMI: Wohnzimmer-Receiver mitbenutzen
Möchten Sie im Bett genau das sehen, was der Receiver im Wohnzimmer zeigt – etwa weil dort ein Sky- oder Kabel-Receiver mit Aufnahmen steht –, ist Funk-HDMI ideal. Achten Sie auf ein Set mit Infrarot-Rückkanal, damit Sie mit der Original-Fernbedienung aus dem Schlafzimmer umschalten können. Der Nachteil: Läuft im Wohnzimmer gleichzeitig ein anderes Programm, geht das nicht. Bei Funk-HDMI über 5 GHz liegen typische Reichweiten bei 10 bis 30 Metern durch eine bis zwei Wände.
3. Sat>IP bei Satellitenanlage
Im Einfamilienhaus mit Satellitenschüssel verteilt ein Sat>IP-Server alle frei empfangbaren Programme ins Heimnetz. Der Fernseher im Schlafzimmer braucht entweder einen eingebauten Sat>IP-Client oder eine App auf dem Streaming-Stick. Weil hier kein Internet, sondern nur das Heimnetz genutzt wird, eignet sich die Lösung auch bei langsamem DSL.
4. DVB-T2-Zimmerantenne
In Städten reicht oft eine kleine aktive Antenne am Fenster. Das Schlafzimmer liegt häufig ruhig zur Hofseite – dann ist der Empfang schwächer als zur Straße. Testen Sie die Antenne am Fenster in Richtung Sendemast. Öffentlich-rechtliche Sender sind gratis, die Privaten kosten über freenet TV 9,49 € im Monat.
5. Leitung nachrüsten – ohne Bohren
Ein Koaxial- oder LAN-Kabel entlang der Fußleiste ist die zuverlässigste Lösung. Flachkabel passen unter Türen, selbstklebende Kabelkanäle machen sie unsichtbar. Bei Satellit braucht der zweite Fernseher eine eigene Leitung vom LNB oder Multischalter. Ist der LNB ein Single-LNB, tauschen Sie ihn gegen einen Twin- oder Quad-LNB. Bei Kabel-TV kann ein Verteiler an der Wohnzimmerdose zwei Geräte versorgen, wobei jeder Verteiler das Signal abschwächt. In Mietwohnungen gilt: Kabel verlegen ohne Bohren ist unproblematisch, Eingriffe in die Hausverteilung nur mit Zustimmung des Vermieters.
6. Tablet oder Beamer statt Fernseher
Wer im Schlafzimmer keinen Fernseher möchte, nutzt ein Tablet mit den Apps der Sender oder einen kleinen Beamer, der an die Decke projiziert. Moderne Mini-Beamer haben Streaming-Apps eingebaut. Für das Einschlafen bei laufendem Programm hilft die Sleep-Timer-Funktion von Fernseher, Stick oder App.
Schritt für Schritt zur Schlafzimmer-Lösung
- Am Bett mit dem Handy die Internetgeschwindigkeit messen.
- Unter 10 Mbit/s: WLAN verbessern (Mesh, Repeater, Powerline) oder auf Funk-HDMI, DVB-T2 oder Kabel ausweichen.
- Lösung nach dem Finder wählen und Geräte anschließen.
- Am Fernseher den Sleep-Timer und die automatische Abschaltung aktivieren.
- HDMI-CEC aktivieren, damit Stick und Fernseher gemeinsam an- und ausgehen.
- Optional: WLAN-Nachtschaltung am Router einrichten, wenn Sie das Funknetz nachts abschalten wollen – das TV-Gerät dann per LAN oder Powerline anbinden.

