- Gelb = Verwarnung. Gelb-Rot = zweite Verwarnung im selben Spiel, Platzverweis. Rot = direkter Platzverweis.
- Das Team spielt nach Gelb-Rot oder Rot in Unterzahl weiter. Sperren folgen automatisch (Gelb-Rot) bzw. per Sportgericht (Rot).
- Blaue Karte: Im Profifußball gibt es sie nicht. Zeitstrafen („Sin Bins“) sind nur im Amateur- und Jugendbereich erlaubt bzw. werden dort getestet.
Karten sind die Sprache des Schiedsrichters: Jeder im Stadion, vor dem Fernseher und auf dem Platz versteht sofort, was gilt – unabhängig von der Sprache. Genau deshalb wurden sie erfunden. Hier lesen Sie, welche Karte wofür steht, welche Sperren drohen und was hinter den Diskussionen um die Blaue Karte steckt.
Die Karten im Überblick
| Karte | Bedeutung | Typische Anlässe | Folge |
|---|---|---|---|
| Gelb | Verwarnung | Taktisches Foul, Meckern, Zeitspiel, unsportliches Verhalten, Schwalbe | Spieler bleibt auf dem Platz; Gelbsperre nach mehreren Verwarnungen |
| Gelb + Rot | Zweite Verwarnung im Spiel | Zwei gelbwürdige Vergehen | Platzverweis, Sperre für das nächste Spiel |
| Rot | Feldverweis | Grobes Foulspiel, Tätlichkeit, Notbremse, Beleidigung, Torverhinderung durch Handspiel | Platzverweis, Sperre durch das Sportgericht |
| Blau / Zeitstrafe | Zeitweiser Ausschluss | Meckern, taktische Fouls (je nach Testregel) | Nur im Amateur-/Jugendbereich, nicht in Bundesliga oder UEFA-Wettbewerben |
Woher die Karten kommen
Erfunden hat sie der englische Schiedsrichter Ken Aston. Bei der WM 1966 hatte es im Viertelfinale zwischen England und Argentinien Chaos gegeben: Der argentinische Kapitän Antonio Rattín verstand seinen Platzverweis nicht und weigerte sich minutenlang, das Feld zu verlassen. Aston kam laut eigener Schilderung an einer Ampel die Idee: Gelb heißt Achtung, Rot heißt Stopp. Bei der WM 1970 in Mexiko wurden die Karten erstmals eingesetzt. Die Gelb-Rote Karte kam Anfang der 1990er-Jahre hinzu. Seit 2019 dürfen Schiedsrichter auch Trainern und Teamoffiziellen Karten zeigen.
Sperren in der Bundesliga
- Gelbsperre: Nach der fünften Gelben Karte in einer Saison ist ein Spieler für das nächste Ligaspiel gesperrt, weitere Sperren folgen bei der 10. und 15. Verwarnung.
- Gelb-Rot: automatisch ein Spiel Sperre.
- Rot: Das DFB-Sportgericht legt die Dauer fest, von einem Spiel bis zu mehreren Wochen bei Tätlichkeiten.
- Sperren gelten nur im jeweiligen Wettbewerb – eine Ligasperre betrifft nicht automatisch den DFB-Pokal.
Die Blaue Karte: Was ist dran?
Anfang 2024 berichteten Medien, eine Blaue Karte für Zeitstrafen komme auch im Profifußball. Die FIFA stellte daraufhin klar, dass es auf höchster Ebene keine solchen Tests geben werde. Das IFAB erlaubt Zeitstrafen („Sin Bins“) für Meckern seit 2019 im Breiten-, Jugend- und Seniorenfußball und hat weitere Tests auf unteren Ebenen zugelassen. Wie eine Zeitstrafe angezeigt wird, entscheidet der jeweilige Wettbewerb – eine eigene blaue Karte ist dafür keine Pflicht. In Deutschland nutzen einige Landesverbände Zeitstrafen im Amateurbereich. Für die Bundesliga, den DFB-Pokal, die Champions League und Länderspiele gilt dagegen weiterhin: nur Gelb, Gelb-Rot und Rot.
1. Bei welcher WM wurden Karten erstmals eingesetzt?
2. Was inspirierte Ken Aston zur Kartenidee?
3. Nach wie vielen Gelben Karten folgt in der Bundesliga die erste Sperre?
4. Gibt es die Blaue Karte in der Bundesliga?
5. Dürfen Trainer Karten bekommen?

