- Die Regel: Spielt ein Mitspieler den Ball absichtlich mit dem Fuß zum eigenen Torwart oder wirft er ihn per Einwurf zu, darf der Torwart ihn nicht mit der Hand aufnehmen.
- Strafe: indirekter Freistoß für den Gegner an der Stelle des Vergehens.
- Warum: Seit 1992 gegen Zeitschinden – davor konnten Teams Führungen durch endloses Hin- und Herspielen mit dem Torwart verwalten.
Die Rückpassregel gehört zu den Regeländerungen, die den modernen Fußball am stärksten geprägt haben. Sie steht heute in Regel 12 (Fouls und unsportliches Betragen) der IFAB-Fußballregeln. Weil der Torwart den Ball nicht mehr einfach aufnehmen kann, müssen Keeper heute mit dem Fuß fast so gut sein wie Feldspieler.
Wann gilt die Regel – und wann nicht?
| Situation | Torwart darf Ball aufnehmen? | Folge bei Verstoß |
|---|---|---|
| Absichtlicher Pass mit dem Fuß | nein | indirekter Freistoß |
| Direkter Einwurf zum Torwart | nein | indirekter Freistoß |
| Kopfball, Brust oder Knie zurück | ja | – |
| Ball springt unabsichtlich vom Fuß zum Torwart | ja | – |
| Trick: Ball hochlupfen und zurückköpfen | ja, aber | Gelb und indirekter Freistoß gegen den Tricksenden |
| Torwart spielt den Ball mit dem Fuß | immer erlaubt | – |
Liegt der Ort des Vergehens im Torraum, wird der indirekte Freistoß auf der Torraumlinie ausgeführt, die parallel zur Torlinie verläuft – an dem Punkt, der dem Vergehen am nächsten liegt. Oft entstehen daraus spektakuläre Szenen, weil die gesamte verteidigende Mannschaft auf der Torlinie steht.
Warum die Regel eingeführt wurde
Bis 1992 durfte der Torwart jeden Rückpass aufnehmen. Führende Teams spielten den Ball deshalb immer wieder zurück, der Keeper prellte ihn, rollte ihn zum Verteidiger, bekam ihn zurück – die Uhr lief, ohne dass der Gegner eingreifen konnte. Die WM 1990 in Italien galt mit nur 2,21 Toren pro Spiel als besonders zäh. Als auch bei der EM 1992 auffällig viel auf Zeit gespielt wurde, beschloss das IFAB die Änderung. Sie trat im Sommer 1992 in Kraft, eines der ersten großen Turniere mit der neuen Regel war das olympische Fußballturnier in Barcelona. 1997 wurde die Regel auf den direkten Einwurf erweitert.
Die Folgen für den Fußball
- Mehr Tempo und mehr Pressing: Verteidiger können sich nicht mehr risikolos zum Torwart retten.
- Der „mitspielende Torwart“ wurde zum Standard – heute baut der Keeper oft das Spiel auf.
- Seit 2025 gilt außerdem: Hält der Torwart den Ball länger als acht Sekunden in den Händen, gibt es Eckstoß für den Gegner. Zuvor galten sechs Sekunden mit indirektem Freistoß.
1. Seit wann gibt es die Rückpassregel?
2. Was gibt es bei einem Verstoß?
3. Darf der Torwart einen Kopfball-Rückpass aufnehmen?
4. Wann wurde die Regel auf Einwürfe ausgeweitet?
5. Was passiert seit 2025, wenn der Torwart den Ball zu lange hält?

