- Wiziwig war eine Linksammlung für Sport-Livestreams ohne eigene Lizenzen. Das Angebot war nicht legal, die verlinkten Streams stammten von Pay-TV-Sendern.
- Das Original ist seit Mitte der 2010er-Jahre offline. Was heute unter ähnlichem Namen auftaucht, sind Nachahmer-Domains mit unbekannten Betreibern.
- Für Nutzer gilt: Wer offensichtlich illegale Streams ansieht, kann laut EuGH (Filmspeler, C-527/15) Urheberrecht verletzen. Größer ist meist das Risiko durch Malware und Abofallen.
- Legal bekommen Sie viel Sport kostenlos bei ARD, ZDF, Sport1, Eurosport 1, DF1 und RTL, den Rest bei DAZN, Sky/WOW, MagentaSport oder Prime Video.
Wer in den Jahren um 2010 Fußball aus England, Spanien oder Italien schauen wollte, kannte Wiziwig. Die Seite listete täglich hunderte Spiele mit Links zu Streams aus aller Welt. Bis heute wird der Name gesucht, und Betreiber von Kopien nutzen genau das aus. Dieser Artikel ordnet ein, was Wiziwig war, warum es nicht legal ist, wie Sie gefährliche Kopien erkennen und welcher legale Weg für Ihren Sport der richtige ist. Auf Wiziwig-Domains verlinken wir nicht.
Was war Wiziwig?
Wiziwig war kein Sender, sondern ein Verzeichnis. Die Seite selbst hostete keine Videos, sondern sammelte Links zu P2P-Streams (damals oft Sopcast oder Acestream) und Flash-Playern Dritter. Nutzer mussten dafür häufig Zusatzsoftware installieren. Die Bildquellen waren in der Regel abgegriffene Übertragungen von Sky, beIN oder anderen Pay-Sendern. Laut damaligen Berichten verschwand das Original nach zunehmendem Druck von Rechteinhabern Mitte der 2010er-Jahre aus dem Netz. Seitdem tauchen in unregelmäßigen Abständen Domains mit „wiziwig“ im Namen auf, die mit dem früheren Betreiber nichts zu tun haben müssen.
Die rechtliche Einordnung
| Beteiligter | Rechtslage | Bewertung |
|---|---|---|
| Betreiber einer Linkseite | Gezieltes Verlinken illegaler Streams mit Gewinnabsicht ist eine öffentliche Wiedergabe (EuGH, GS Media 2016) | illegal |
| Restreamer (Quelle des Signals) | Verletzt Urheber- und Senderechte | illegal |
| Zuschauer im Browser | Bei offensichtlich illegaler Quelle keine Privilegierung (EuGH, Filmspeler 2017) | riskant |
| Zuschauer mit P2P-Software | P2P lädt gleichzeitig hoch und verbreitet das Signal weiter | besonders riskant |
| Zuschauer bei Free-TV-Mediatheken | Lizenzierter Abruf | legal |
Der wichtigste Unterschied zu einfachen Browser-Streams: Viele Wiziwig-Links führten zu Peer-to-Peer-Programmen. Wer so schaut, lädt Datenpakete automatisch an andere Zuschauer weiter und macht das Signal damit selbst öffentlich zugänglich. Das ist rechtlich deutlich heikler als passives Ansehen, und es ist der Weg, über den Rechteinhaber IP-Adressen ermitteln können.
Wiziwig-Kopien erkennen
Seit 2021 sperren große deutsche Internetanbieter über die Clearingstelle Urheberrecht im Internet (CUII) strukturell urheberrechtsverletzende Seiten per DNS-Sperre. Kopien weichen deshalb auf ständig neue Adressen aus. Typische Merkmale sind kryptische Domainendungen, fehlendes Impressum, Pop-ups beim ersten Klick und Aufforderungen, „Acestream“, einen „HD-Codec“ oder eine Browser-Erweiterung zu installieren.
Was kostet legales Sportschauen?
Viele Nutzer landen bei Linkseiten, weil sie die Kosten überschätzen oder den Überblick verlieren. Tatsächlich hängt der Preis stark davon ab, was Sie sehen wollen. Wintersport, Darts, Handball-Großturniere und die Sportschau-Zusammenfassungen kosten nichts. Die Bundesliga komplett live erfordert dagegen Sky bzw. WOW (Freitag, Samstag) und DAZN (Sonntag, Samstagskonferenz).
Kostenlos legal
ARD, ZDF, Sport1, Eurosport 1, DF1, RTL, ServusTV (AT), sportdeutschland.tv.
DAZN
Bundesliga Sonntag, Champions League, Eurosport-Kanäle, US-Sport.
WOW Live-Sport
Bundesliga Freitag und Samstag, Premier League, 2. Liga, DFB-Pokal.
1. Was war Wiziwig?
2. Warum ist P2P-Streaming besonders riskant?
3. Was macht die CUII?
4. Welches EuGH-Urteil betrifft das Verlinken?
5. Wo läuft Eurosport 1 legal und kostenlos?

