- Ja, es ist erlaubt, dem Gegner den Ball aus der Hand zu schlagen – solange Sie nur den Ball treffen.
- Treffen Sie dabei Arm, Handgelenk oder Körper des Gegners, ist es ein persönliches Foul. In der NBA gilt ausdrücklich: Kontakt mit der Hand, während sie den Ball berührt, ist legal.
- Beim Wurf dürfen Sie den Ball blocken, aber nicht mehr, wenn er sich bereits abwärts zum Korb bewegt (Goaltending).
- Verboten: den Ball mit der Faust schlagen oder absichtlich treten – das ist eine Regelübertretung, kein Foul.
Kaum eine Situation sorgt im Hobby-Basketball für so viele Diskussionen wie der Versuch, dem Gegner den Ball wegzuschlagen. War das sauber oder ein Foul? Die Regel ist einfacher, als viele denken: Der Ball ist frei, der Körper des Gegners nicht. Wir erklären, was die offiziellen Regeln der FIBA und der NBA sagen, welche Grenzfälle es gibt und wie Schiedsrichter sie bewerten.
Die Grundregel: Ball ja, Körper nein
Im Basketball ist Körperkontakt nur eingeschränkt erlaubt. Ein Verteidiger darf jederzeit versuchen, an den Ball zu kommen – beim Dribbling, beim Halten, beim Passen und beim Wurf. Entscheidend ist, was er trifft. Berührt seine Hand ausschließlich den Ball, ist die Aktion legal, auch wenn es laut klatscht. Schlägt er dagegen auf Unterarm oder Handgelenk, hält fest oder stößt, pfeift der Schiedsrichter ein Foul. Die NBA formuliert es ausdrücklich: Kontakt mit der Hand des Ballführers ist legal, solange diese Hand den Ball berührt. Die Hand gilt in diesem Moment quasi als Teil des Balles. Nach FIBA-Regeln, die in Deutschland vom Deutschen Basketball Bund angewendet werden, bewerten Schiedsrichter nach demselben Prinzip: Ob ein Kontakt den Gegner benachteiligt, entscheidet über das Foul.
Situationen im Überblick
| Situation | Bewertung | Folge |
|---|---|---|
| Ball beim Dribbling wegspitzeln, nur Ball getroffen | erlaubt | Spiel läuft weiter (Steal) |
| Ball aus den Händen eines stehenden Spielers schlagen, nur Ball | erlaubt | Spiel läuft weiter |
| Treffer auf Unterarm oder Handgelenk | Foul | Einwurf oder Freiwürfe |
| Beide halten den Ball fest | Sprungballsituation | FIBA: wechselnder Ballbesitz (Pfeil); NBA: Sprungball |
| Wurf blocken, Ball auf dem Weg nach oben | erlaubt | Block |
| Ball blocken, der bereits abwärts zum Korb fällt | Goaltending | Korb zählt |
| Ball mit der Faust schlagen | Regelverstoß | Ballbesitz für den Gegner |
| Ball absichtlich treten | Regelverstoß | Ballbesitz für den Gegner |
Foul oder sauber? Der Situations-Checker
Besonderheit: Ball beim Wurf aus der Hand schlagen
Ein Block ist ein Klassiker der Verteidigung. Erlaubt ist er, solange der Verteidiger den Ball trifft und der Ball noch nicht seinen höchsten Punkt überschritten hat und sich abwärts zum Korb bewegt. Berührt er den Ball danach oder über dem Ring, ist das Goaltending: Der Korb zählt, als wäre er gefallen. Wird beim Block der Wurfarm getroffen, gibt es ein Foul beim Wurf – mit zwei oder drei Freiwürfen, je nachdem, ob es ein Zwei- oder Dreipunktwurf war. Fällt der Ball trotzdem in den Korb, zählt der Treffer, plus ein Bonusfreiwurf.
Wenn beide den Ball festhalten
Gelingt es dem Verteidiger, eine Hand fest an den Ball zu bekommen, ohne den Gegner zu foulen, und hält auch der Angreifer weiter fest, entsteht ein Halteball. In der NBA folgt ein Sprungball. Nach FIBA-Regeln gibt es nur zu Spielbeginn einen Sprungball; danach entscheidet der Pfeil für den wechselnden Ballbesitz am Kampfgericht, welches Team den Einwurf erhält.
FIBA und NBA im Vergleich
| Regel | FIBA (auch DBB) | NBA |
|---|---|---|
| Spielzeit | 4 × 10 Minuten | 4 × 12 Minuten |
| Fouls bis zum Ausschluss | 5 persönliche Fouls | 6 persönliche Fouls |
| Mannschaftsfouls | ab dem 5. Teamfoul im Viertel Freiwürfe | ab dem 5. Teamfoul im Viertel Bonus, in den letzten 2 Minuten ab dem 2. |
| Halteball | wechselnder Ballbesitz (Pfeil) | Sprungball |
| Schwere Fouls | unsportliches und disqualifizierendes Foul | Flagrant Foul 1 und 2 |
| Ball am Ring berühren | nach Ringkontakt erlaubt | nach Ringkontakt erlaubt |
Typische Fehler im Freizeitbasketball
- Lauter Kontakt ist kein Beweis: Ein klatschendes Geräusch entsteht auch beim sauberen Treffer auf den Ball.
- Von hinten greifen: Wer von hinten über den Körper des Gegners zum Ball langt, trifft fast immer Arm oder Rücken.
- Reach-in: Ständiges Hineinlangen ohne Position führt oft zu Fouls am Handgelenk.
- Nachschlagen: Wer nach dem Ballverlust weiter auf die Hände schlägt, begeht ein Foul.
- Faust statt offene Hand: Den Ball mit der Faust wegzuschlagen ist immer verboten.
Basketball live sehen
Wer Regelsituationen bei Profis beobachten will: Die NBA läuft in Deutschland bei Prime Video, Sky und im NBA League Pass, die easyCredit Basketball Bundesliga laut Liga bei Dyn. Mehr dazu in unserem Ratgeber zum NBA-Live-Stream.
1. Der Verteidiger trifft beim Dribbling nur den Ball. Was gilt?
2. Der Verteidiger schlägt auf das Handgelenk des Werfers.
3. Der Ball fällt schon abwärts Richtung Korb und wird geblockt.
4. Wie viele persönliche Fouls führen nach FIBA zum Ausschluss?
5. Was passiert nach FIBA bei einem Halteball im zweiten Viertel?
6. Ist es erlaubt, den Ball mit der Faust wegzuschlagen?

