- Nein, im engeren Sinn kein Anime. „Avatar – Der Herr der Elemente“ ist eine amerikanische Nickelodeon-Serie (2005–2008), erfunden von Michael Dante DiMartino und Bryan Konietzko.
- Der Zeichenstil ist bewusst von Anime inspiriert, etwa von Studio Ghibli. Die Animation wurde größtenteils in Südkorea gezeichnet, nicht in Japan.
- Anime bezeichnet im engeren Sinn Zeichentrick aus Japan. Avatar wird deshalb oft „anime-inspiriert“ oder „Amerime“ genannt.
- Es gibt auch eine Netflix-Realserie (Staffel 1: 2024, Staffel 2: 25. Juni 2026) und seit 25. Juli 2026 den Animationsfilm „Avatar Aang: The Last Airbender“ (Originaltitel) bei Paramount+.
- Altersfreigaben und Verfügbarkeit in Deutschland können je nach Anbieter abweichen.
Die Frage taucht in Foren ständig auf, und beide Seiten haben gute Argumente. Avatar sieht aus wie ein Anime, erzählt mit großer Ernsthaftigkeit eine durchgehende Geschichte und greift asiatische Kulturen, Kampfkünste und Philosophien auf. Trotzdem stammt die Serie aus den USA. Hier finden Sie die Fakten und eine Einordnung.
Die Fakten im Vergleich
| Merkmal | Typischer Anime | Avatar – Der Herr der Elemente |
|---|---|---|
| Herkunftsland | Japan | USA (Nickelodeon) |
| Erfinder | oft nach Manga-Vorlage | DiMartino und Konietzko, Originalidee |
| Animationsstudios | japanische Studios | südkoreanische Studios (u. a. JM Animation, DR Movie, MOI) |
| Zeichenstil | große Augen, dynamische Action | stark anime-inspiriert |
| Erzählweise | oft durchgehende Handlung | durchgehende Handlung in 3 „Büchern“ |
| Originalsprache | Japanisch | Englisch |
| Umfang | sehr unterschiedlich | 61 Folgen |
Was ist eigentlich ein Anime?
In Japan bezeichnet „anime“ jede Art von Animation, auch Disney-Filme. Außerhalb Japans wird der Begriff aber für Zeichentrick aus Japan verwendet, oft nach Mangas. Nach dieser Definition ist Avatar kein Anime. Wer den Begriff als Stilbeschreibung versteht, kann die Serie trotzdem dazurechnen. Die Macher selbst sprechen von Einflüssen aus Anime, Hongkong-Kampfkunstfilmen und asiatischen Kulturen.
Warum Avatar so sehr nach Anime aussieht
- Die Figuren haben große, ausdrucksstarke Augen und typische Anime-Mimik, etwa übertriebene Reaktionen in komischen Szenen.
- Die Kampfszenen basieren auf echten Kampfkünsten: Wasserbändigen auf Tai Chi, Erdbändigen auf Hung Gar, Feuerbändigen auf Shaolin-Stilen, Luftbändigen auf Baguazhang.
- Die Welt ist von chinesischer, japanischer, tibetischer und inuitischer Kultur inspiriert.
- Die Serie erzählt eine ernste, durchgehende Geschichte über Krieg, Verlust und Vergebung – für westliche Kinderserien 2005 ungewöhnlich.
Wo kann man Avatar sehen?
Die Zeichentrickserie und „Die Legende von Korra“ waren in Deutschland in den vergangenen Jahren bei Netflix und Paramount+ verfügbar; die Rechte wechseln, prüfen Sie den aktuellen Stand in der App. Die Realserie ist eine Netflix-Produktion und dort exklusiv (ab 6,99 € im Monat). Der neue Animationsfilm erschien am 25. Juli 2026 direkt bei Paramount+ statt im Kino. Laut Netflix ist auch die dritte Staffel der Realserie bereits abgedreht.
1. Welcher Sender produzierte die Originalserie?
2. In welchem Land wurde die Animation überwiegend gezeichnet?
3. Wie heißen die drei Staffeln?
4. Wie viele Folgen hat die Zeichentrickserie?
5. Welche Kampfkunst inspirierte das Wasserbändigen?

