- Ja – die Zeichentrickserie „Die Biene Maja“ von 1975 gilt als Anime. Sie wurde vom japanischen Studio Zuiyo Enterprise (später Nippon Animation) produziert.
- Auftraggeber waren ZDF und ORF; die Geschichte basiert auf dem Kinderbuch von Waldemar Bonsels (1912). Es ist also eine japanisch-europäische Koproduktion.
- In Japan lief sie 1975/76 auf TV Asahi als „Mitsubachi Māya no Bōken“, in Deutschland ab September 1976 im ZDF.
- Die CGI-Neuauflage von 2013 ist dagegen kein Anime, sondern eine europäische Computeranimation.
Für Generationen deutscher Kinder war die Biene Maja so selbstverständlich wie Karel Gotts Titellied. Dass die Serie in Japan gezeichnet wurde, wissen viele nicht. Dabei sieht man es bei genauerem Hinsehen: große Augen, ausdrucksstarke Gesichter, typische Hintergrundmalerei. Hier erfahren Sie, warum Maja als Anime gilt, wie es zu der ungewöhnlichen Zusammenarbeit kam und welche Kinderserien Ihrer Kindheit ebenfalls aus Japan stammen.
Was macht eine Serie zum Anime?
„Anime“ bezeichnet im engeren Sinn Animationsfilme und -serien aus Japan. Entscheidend ist also die Herkunft der Produktion, nicht die Geschichte. Viele Fans verbinden mit Anime zusätzlich einen bestimmten Zeichenstil. Die Biene Maja erfüllt beides: Sie wurde in Japan von japanischen Zeichnern animiert und zeigt die Stilmittel der 1970er-Jahre-Anime. Weil die Vorlage aber europäisch ist und europäische Sender sie bestellten, ordnen manche sie als „Euro-Anime“ oder Koproduktion ein. Beide Sichtweisen sind richtig.
Die Fakten zur Serie
| Merkmal | Biene Maja (1975) | Biene Maja (CGI, 2013) |
|---|---|---|
| Studio | Zuiyo Enterprise / Nippon Animation (Japan) | Studio 100 Animation (Europa) |
| Auftraggeber | ZDF, ORF; Koproduzenten u. a. Apollo-Film Wien, TV Asahi | Studio 100 mit ZDF |
| Technik | handgezeichnet | 3D-Computeranimation |
| Folgen | 104 (2 Staffeln à 52) | mehrere Staffeln |
| Titellied | Karel Gott (Musik: Karel Svoboda) | Helene Fischer |
| Anime? | ja | nein |
Infografik: Majas Weg vom Buch zum Anime
Warum ließ das ZDF in Japan zeichnen?
In den 1970er-Jahren suchten europäische Sender nach hochwertigen Kinderserien. Japanische Studios hatten Erfahrung mit langen Serien und konnten in großer Menge produzieren. Schon 1974 entstanden bei Zuiyo die ZDF-Serie „Wickie und die starken Männer“ und „Heidi“, die ebenfalls ein Erfolg wurde. Die Biene Maja folgte diesem Modell: europäische Literaturvorlage, deutsche Redaktion, japanische Animation. In Japan wurde die Serie ab dem 1. April 1975 auf TV Asahi ausgestrahlt, die zweite Staffel entstand später größtenteils bei Wako Production.
Check: Anime oder nicht?
Wo kann man die Biene Maja heute sehen?
Die CGI-Version läuft regelmäßig im Kinderprogramm von ZDF und KiKA und in deren Mediatheken; Studio 100 betreibt zudem offizielle YouTube-Kanäle mit Folgen und Ausschnitten. Die klassische Anime-Serie von 1975 ist auf DVD erhältlich und erscheint je nach Lizenz zeitweise bei Streamingdiensten. Außerdem gibt es drei Kinofilme der CGI-Reihe (2014, 2018, 2021). Prüfen Sie den aktuellen Stand bei einer Streaming-Suchmaschine; inoffizielle Komplett-Uploads sind nicht legal.
Quiz: Biene Maja
1. Wer schrieb das Buch „Die Biene Maja und ihre Abenteuer“?
2. In welchem Land wurde die Serie von 1975 gezeichnet?
3. Wer sang das deutsche Titellied?
4. Wie viele Folgen hat die klassische Serie?
5. Wie heißt Majas bester Freund?

